Wie funktionierte ein Tretkran? Festung Königstein lädt mit neuem Entdeckerpfad zum Mitmachen ein

Ein neuer Rundweg macht Festungsgeschichte erstmals unter freiem Himmel erlebbar: An interaktiven Stationen können Besucher selbst ausprobieren, wie Menschen früher Lasten transportierten, Wache hielten oder die Herausforderungen des Festungslebens meisterten. Darüber hinaus lädt die Festung Königstein in den Herbstferien ins Festungsatelier, zu abendlichen Gruselführungen und einem lautstarken Erlebnis ein.

Geschichte in Bewegung: Auf dem neuen „FestungsEntdeckerPfad“ der Festung Königstein wird ein historisches Hebewerk zum Mitmacherlebnis. Wer in das über zwei Meter große Tretrad steigt, spürt selbst, wie viel Muskelkraft einst nötig war, um Wasser, Heu oder sogar Kanonenrohre auf das Festungsplateau zu bringen. Foto: Festung Königstein gGmbH

Kegeln im Kommandantengarten: Der neue „FestungsEntdeckerPfad“ der Festung Königstein macht auch den historischen Zeitvertreib lebendig. Beim Kegelspiel im Kommandantengarten können Kinder und Erwachsene ausprobieren, womit sich Festungsbewohner einst die Sommertage vertrieben. Foto: Festung Königstein gGmbH

Königstein/Sächsische Schweiz, 8. Oktober 2026 (tpr) – Wie kamen früher Kanonen auf die Festung Königstein? Wie hielten die Soldaten Wache? Und was spielten die Kinder der Soldaten im Herbst im Garten? Was in den vielfältigen Ausstellungen der Festung Königstein bereits anschaulich erzählt wird, wird nun im Außengelände zum konkreten Mitmacherlebnis. Der neue Rundgang „FestungsEntdeckerPfad“ lässt Besucher künftig kurbeln, strampeln, stemmen, spielen und staunen – und zwar genau dort, wo sich die Geschichten einst abgespielt haben.

Vom Zuschauen zum Mitmachen

„Die Stationen holen Festungsgeschichte aus der Vitrine ins Freie. Sie laden dazu ein, selbst aktiv zu werden und Geschichte mit allen Sinnen spielerisch zu begreifen“, sagt Maria Pretzschner, Museumspädagogin der Festung Königstein. So werde der Rundgang über das Festungsplateau zu einem anschaulichen Lernerlebnis für Kinder – aber auch Erwachsene erhielten einen ganz neuen Blick auf historische Zusammenhänge.

Der Weg führt vom Eingang der Festung hinauf auf das Plateau und entlang der Außenmauer unter anderem zu Pforte, Georgenbastion, Kommandantengarten und Königsnase. An sechs Anlaufpunkten erleben Besucher, welche körperliche Kraft, Organisation und Ausdauer nötig waren, um den Alltag auf dem Königstein zu bewältigen. So werfen sie im Kommandantengarten Kegel um, entdecken durch ein Fernrohr ein in die Felswand gemeißeltes Pferd oder machen ein Erinnerungsfoto mit einem Wachsoldaten auf seinem Posten. Eine Station an der Festungsmauer erzählt überdies von zwei berühmten Abenteuern: von der Flucht des französischen Generals Giraud und vom Aufstieg des Schornsteinfegers Sebastian Abratzky. Per Kurbel lassen Besucher die beiden Figuren an einem Modell der Außenmauer auf- und absteigen.

Höhepunkt des Rundgangs ist ein über zwei Meter großes Tretrad, das nach historischem Vorbild an der Kranichkasematte errichtet wurde. „Solche Hebewerke wurden einst genutzt, um Lasten auf die Festung zu bringen oder Wasser aus dem 152 Meter tiefen Brunnen zu fördern“, sagt Maria Pretzschner. Besucher sind eingeladen, selbst in das Rad zu steigen und es mit eigener Kraft in Bewegung zu setzen. Nach jeder Runde ertönt wie einst eine Glocke als Zeichen dafür, dass Heu, Steine oder sogar ein Kanonenrohr auf das Festungsplateau hinaufgezogen wurden. Damals waren dafür am deutlich größeren Originalrad etwa vier Männer und 50 Umdrehungen nötig. Das veranschauliche, wie viel Muskelkraft früher benötigt wurde, so die Museumspädagogin.

Ergänzend lädt eine neue digitale Schnitzeljagd dazu ein, ausgewählte Stationen des Pfades auf dem eigenen Smartphone noch genauer zu erkunden. Mit Rätseln, Aufgaben und zusätzlichen Informationen führen die neuen Maskottchen der Bergfestung, Katze Fortis und Hund Kuno, spielerisch über das Festungsplateau. Die Schnitzeljagd steht kostenfrei unter www.festung-koenigstein.de/festung-fuer-kinder.html zum Herunterladen bereit.

Von Ritterhelm bis VR-Brille: Familienerlebnisse auf der Festung

Die Festung Königstein gehört mit kindgerechten Museumstexten, einem Kinder-Hörführer und gestaffelten Familientarifen zu den familienfreundlichen Ausflugszielen in Sachsen. In der Hauptausstellung „In lapide regis – Auf dem Stein des Königs“ ist Mitmachen ebenfalls erwünscht: Kinder können die Festung nachbauen, einen Ritterhelm aufsetzen, August dem Starken virtuell Speisen servieren oder eine Steinschleuder bedienen. Größere Kinder reisen in der Georgenburg mittels VR-Brillen in die Renaissancezeit. Im Pulvermagazin erleben sie bei einer Breitwand-Projektion die Einlagerung der Kunstschätze des Dresdner Grünen Gewölbes im Siebenjährigen Krieg und mit dem neuen LED-Wall-Panorama die Wehranlage im Verteidigungsmodus – samt Kinosound und Bodenvibration.

Herbstferien: Ferienspaß, Salutschüsse und Gruselführungen

In den Herbstferien, vom 10. bis 25. Oktober lädt die Festung unter dem Motto „Ferienspaß für Königskinder“ Familien täglich von 12 bis 16 Uhr zu wechselnden Mitmachangeboten ein: Kinder können unter anderem Schlüsselanhänger gestalten, eine eigene Festungskanone bauen, Badesalz oder Kräutersalz herstellen, mit Naturmaterialien und Leder arbeiten, Collagen gestalten, ein eigenes Festungssouvenir drucken und historische Spiele wie Adlerschießen ausprobieren. Für Entdecker sind zudem im Außengelände Tiermotive versteckt. Der Rätselbogen für das Suchspiel ist kostenfrei an der Kasse erhältlich.

Zum Ferienauftakt am Sonnabend lassen die Kurfürstlich-sächsischen Kanoniere beim Salutschießen die „Starke Auguste“ lautstark donnern. Aus sicherer Entfernung können Besucher verfolgen, wie die 300 Jahre alte, 24-pfündige und über fünf Tonnen schwere Kanone der Festung Königstein geladen und mit Blindschüssen abgefeuert wird.

Gänsehaut versprechen die Taschenlampen-Führungen „Festung Gruselig“. Am 16., 23. und 30. Oktober, jeweils um 18 Uhr, führen die 100-minütigen Rundgänge nach Schließzeit der Festung im Schein der Taschenlampe zu den unheimlichen Orten der Anlage und hinab in die geheimnisvollen Tiefkeller – begleitet von schaurigen Geschichten und Anekdoten.

Alle Termine sowie Informationen zum neuen Entdeckerpfad der Festung Königstein sind unter www.festung-koenigstein.de zu finden. Die Festung öffnet täglich von 9 bis 18 Uhr. ■

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Über die Festung Königstein:
Die Festung Königstein zählt zu den bedeutendsten Bergfestungen Europas und zu den wichtigsten Kulturzielen in Sachsen. 247 Meter über dem Elbtal erhebt sich die einst unbezwingbare Wehranlage auf einem fast 100.000 Quadratmeter großen Felsplateau eines Tafelbergs in der Sächsischen Schweiz. Das Kulturdenkmal umfasst mehr als 50 ober- und unterirdische Bauwerke aus über vier Jahrhunderten Festungsarchitektur. In interaktiven Ausstellungen und mittels immersiver Erlebnisse, Veranstaltungen und digitaler Angebote vermittelt die Bergfestung ihre rund 800-jährige Geschichte anschaulich, vielfältig und inklusiv. Die Festung Königstein besuchen jährlich mehrere Hunderttausend Gäste aus aller Welt. www.festung-koenigstein.de