Landau in der Pfalz, 24. Februar 2026 (tpr) – Wurzelwege, Treppen, Sand und Morast: Was Wanderwege schön abenteuerlich macht, ist für Rollstuhlfahrer oft ein unüberwindliches Hindernis. Doch aktives Naturerlebnis und Barrierefreiheit müssen sich nicht ausschließen. Immer mehr Regionen bieten auch Menschen mit Mobilitätseinschränkungen anspruchsvolle Touren und erhebende Naturmomente – von der Nationalparkwanderung bis zum Camping. Diese vier Regionen präsentieren ihre Ideen für die Outdoor-Saison 2026.
Lausitzer Seenland: Camping mit Seeblick
Gestern Tagebauregion, heute Urlaubsziel und bald die größte von Menschenhand geschaffene Wasserlandschaft Europas: Das Lausitzer Seenland zwischen Berlin und Dresden erzählt eine erstaunliche Geschichte. Wo einst Bagger in staubigen Mondlandschaften wühlten, glitzern heute mehr als 20 schiffbare Seen in der Sonne. Am 29. Juni erlebt die Region einen historischen Moment: Fünf Seen verschmelzen durch Kanäle zu mehr als 5.000 Hektar Wassersportfläche! Viele Jahrzehnte haben Einwohner und Urlauber auf diesen Moment gewartet.
Doch nicht nur vom Wasser aus gesehen ist die Region ein Erlebnis. An vielen der neuen Ufer sind bei der Renaturierung moderne Seerundwege entstanden – autofrei, asphaltiert und praktisch steigungsfrei. Die bis zu 20 Kilometer langen und miteinander vernetzen Wege sind ein Musterbeispiel für barrierefreien Tourismus. Fahrradfahrer, Wanderer und Inlineskater nutzen die Wege ebenso gern wie Handbiker oder Rollifahrer. Anbieter Lausitzer Seenland Touren führt Gäste mit und ohne Einschränkungen auf individuellen Runden zu Fuß oder im Rollstuhl zu den schönsten Spots am Wasser.
Barrierefrei sind auch viele der Einkehrmöglichkeiten am Wegesrand: das Restaurant MehrSeen im Leuchtturm Hotel am Geierswalder See oder das Restaurant Arche am Klittener Ufer des Bärwalder Sees. Nur wenige Gehminuten entfernt, an der Marina Klitten, legt das barrierefreie Ausflugsschiff „Seelust“ regelmäßig zu Rundfahrten ab.
Als eine von wenigen Reiseregionen ist das Lausitzer Seenland seit Februar nach dem bundesweiten Kennzeichnungssystem „Reisen für Alle” zertifiziert. Die Vielfalt barrierefreier Unterkünfte reicht von Ferienhäusern, wie im Familienpark Senftenberger See, bis zu Campingplätzen, wie dem Marina-Camping Geierswalder See. Camping barrierefrei: Auch das ist noch eine Seltenheit in Deutschland.
Links:
www.lausitzerseenland.de/de/erleben/radfahren/seerundwege/barrierefreie-seerundtouren-fuer-handbiker.html
www.lausitzerseenland.de/de/erleben/barrierefrei.html
Eifel: Wandern im Land der Vulkane
Maare, Basalt und Buchenwälder: Die Eifel gehört zu den landschaftlich abwechslungsreichsten Regionen des Landes. Ihren einmaligen Charakter verdankt auch sie einer ungewöhnlichen Entstehungsgeschichte. Vor etwa 45 Millionen Jahren trafen hier Wasser und Magma aufeinander und schufen Vulkane. Gleichzeitig sind weite Teile des Gebiets, unter anderem der Nationalpark Eifel, mit Felsen und Seen sowie Wäldern, Heiden und Mooren ein Refugium für seltene und gefährdete Arten wie Sumpfspitzmaus, Feuersalamander und Wildkatze – und eine beliebte Wanderregion.
Wie gut Aktivurlaub und Barrierefreiheit zusammenpassen können, zeigt der barrierefreie Natur-Erlebnisraum „Wilder Kermeter“ mit taktilem Leitsystem und einem über sechs Kilometer langen barrierefreien Lehrpfad. Regelmäßig starten Rangertouren sowie barrierefrei zertifizierte Ranger-Schiffstouren über den Rursee, an der auch Menschen mit Hör- und Sehbehinderung problemlos teilnehmen können.
Einen Einblick in die fragilen Ökosysteme der Eifel bietet die Erlebnisausstellung Wildnis(t)räume im Nationalparkzentrum. Besucher können in der multisensorischen und konsequent inklusiv gedachten Schau mit sieben Modulen nicht nur sehen und lesen, sondern auch tasten, fühlen, riechen und hören. Ein Leitsystem in erhabener und Braille-Schrift weist den Weg.
Auf Bohlenwegen bequem eines der wenigen erhaltenen Hochmoore in Nordrhein-Westfalen entdecken: Zu diesem Erlebnis lädt der nach „Reisen für Alle“ zertifizierte Moorpfad Dahlem. Vorbei an Heidemoorflächen, Torfmoor und Faulbaumgebüschen schlängeln sich knapp neun barrierefreie Kilometer. Im nahegelegenen Dahlem bietet der Landgasthof „Em Lade“ eine ebenfalls barrierefreie Einkehr.
Links:
www.eifel-barrierefrei.de
www.eifel.info/eifel-erleben/veranstaltungen/rangertouren-nationalpark-eifel
Sächsische Schweiz: Mit dem Rollstuhl durch das Felsenreich
Auch in der Sächsischen Schweiz im Osten Deutschlands gibt es Berge vulkanischen Ursprungs. Der bekannteste ist der Burgberg Stolpen, der seit dem Barock mit dem tragischen Schicksal der hier lebenslang inhaftierten Gräfin Cosel verbunden ist. Die eigentliche Sensation sind jedoch die zahlreichen Tafelberge. Nirgendwo sonst in Europa stehen diese kuriosen und weltweit seltenen Landschaftsformen so zahlreich und dicht wie hier. Sie prägen die Silhouette der Nationalparkregion, die bekannt ist für ihre abwechslungsreichen und oftmals abenteuerlichen Wanderwege mit Schluchten, Leitern, Treppen und Aussichtsplattformen.
Trotz allem können auch Menschen mit Einschränkungen das Naturwunder Sächsische Schweiz aktiv erleben und atemberaubende Aussichten genießen. Zu und von zahlreichen Highlights der Region, wie Bastei, Stadt Wehlen, Kurort Rathen, Festung Königstein und weiteren schlängeln sich geprüft rollstuhlgerechte Touren mit Einkehrmöglichkeiten direkt am Wegesrand. Die schönsten dieser Touren empfiehlt der hiesige Tourismusverband unter www.saechsische-schweiz.de/urlaub/barrierefrei-reisen/tourenvorschlaege.
Ein Bonbon für sportliche Rollifahrer ist die Tour von Hohnstein zur Brandaussicht. Höhepunkt der knapp sechs Kilometer lange Route ist die Aussicht vom Brand, einem Felsplateau, das einen weiten Blick über das Polenztal bis zu den Tafelbergen bietet. Hier befindet sich mit der Brand-Baude auch eine gemütliche Hüttenwirtschaft mit barrierefreier Ferienwohnung.
Zertifizierte Nationalparkführer laden Besucher mit und ohne Einschränkungen zu geführten, barrierefreien Wanderungen durch die Felsenwelt der Sächsischen Schweiz. Zum aktiven Naturerlebnis kommen hier vielfältige Einblicke in Geologie, Flora, Fauna und Kulturgeschichte der Region. Ein noch junges Angebot sind spezielle Nationalparkführungen für Blinde.
Links:
www.saechsische-schweiz.de/urlaub/barrierefrei-reisen
www.saechsische-schweiz.de/ausflugsziele/nationalparkfuehrer-michael-koenemann
Südliche Weinstraße: Toskana-Flair und Wildbegegnung
Weinberge, Obstwiesen, Mandelbäume und Edelkastanien: Ein Hauch von Italien liegt an der Südlichen Weinstraße in der Luft. Ihren botanischen Reichtum, der auch ein kulinarischer ist, verdankt die Region in der Südpfalz einem besonders milden Klima. Der Frühling beginnt hier früh und der Herbst ist oft bis in den November hinein golden und mild. Nicht nur Genießer, auch aktive Naturliebhaber profitieren davon.
Wanderer mit Mobilitätseinschränkungen erschließen sich die landschaftlich reizvolle Region zwischen Pfälzerwald und Rheinebene auf barrierefreien Wanderwegen. Eine Auswahl finden Interessierte unter www.suedlicheweinstrasse.de/barrierefrei-wandern. Zu den Highlights gehört die Tour vom barrierefreien Forsthaus Annweiler zum Kirschfelsen. Auf etwa der Hälfte der vier Kilometer langen Strecke eröffnet sich auf einem Felsplateau mit Panoramaschaukel ein Traumblick über den Pfälzerwald. Von hier aus geht es Richtung Forsthaus zurück. Passende barrierefreie Übernachtungsmöglichkeiten in Annweiler am Trifels bieten die Pension Bergterrasse, das Jugendstilhotel Trifels und das Turnerjugendheim.
Direkt durch den Pfälzerwald, der als Deutschlands größtes zusammenhängendes Waldgebiet gilt, führt die Wanderung von der Totenkopfhütte zum Johannesbrunnen. Die leichte Fünf-Kilometer-Strecke ist barrierefrei, Start- und Zielpunkt ist die ebenfalls barrierefreie Totenkopfhütte. Zur Begegnung mit der heimischen Tierwelt lädt der 100 Hektar große Wild- und Wanderpark in Silz. Ein barrierefreier, nach „Reisen für Alle“ zertifizierter Rundgang führt zu Streichel- und Wolfsgehege. Ab März findet täglich eine öffentliche Wolfsfütterung statt.
Eine typisch pfälzische Kombination aus Genuss und Naturerlebnis bietet das Konzept „SÜW Picknick“. Bei verschiedenen Gastgebern an der Südlichen Weinstraße können Urlauber nach Vorbestellung regional zusammengestellte Picknickpakete in verschiedenen Varianten als Box oder Rucksack bekommen und diese dann an einem schönen Platz in der Natur genießen. Infos unter www.suedlicheweinstrasse.de/suewpicknick. ■
Pressebereich mit hochauflösenden Fotos zum Thema:
https://www.press-area.com/leichter-reisen/bildarchiv/thematische-bildarchive/wandern-und-camping.html
Herausgeber:
Arbeitsgemeinschaft „Leichter Reisen – Barrierefreie Urlaubsziele in Deutschland“
c/o Südliche Weinstrasse e.V.
An der Kreuzmühle 2, 76829 Landau in der Pfalz
www.leichter-reisen.info
Newsletter: www.leichter-reisen.info/newsletter
Pressekontakt:
Sebastian Thiel
THIEL Public Relations e. K.
Radeberger Straße 28, 01099 Dresden
Telefon: +49 351 3148890
E-Mail: presse(at)thielpr.com
Über Leichter Reisen:
Zehn deutsche Urlaubsregionen und Städte haben sich 2008 zur Arbeitsgemeinschaft Barrierefreie Reiseziele in Deutschland (seit 2018: Arbeitsgemeinschaft Leichter Reisen – Barrierefreie Urlaubsziele in Deutschland) zusammengeschlossen. Gemeinsam leisten sie Pionierarbeit bei der Entwicklung von Reiseangeboten für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, Hör-, Seh- und Lernbehinderungen, für Gehörlose und Blinde sowie für Familien und Senioren. Zu den Mitgliedern gehören die Regionen Eifel, Ostfriesland, Sächsische Schweiz, Südliche Weinstraße, das Fränkische, Lausitzer und Ruppiner Seenland, außerdem die Städte Erfurt, Magdeburg und Rostock.
Über „Reisen für Alle“:
Das bundesweit einheitliche Zertifizierungssystem „Reisen für Alle“ steht für transparente, verlässliche und geprüfte Informationen zur Barrierefreiheit touristischer Angebote. Es bewertet nicht, ob etwas barrierefrei ist, sondern beschreibt objektiv und detailliert, wie zugänglich ein Angebot für unterschiedliche Bedürfnisse tatsächlich ist. Damit ermöglicht „Reisen für Alle“ Menschen mit Mobilitäts-, Seh-, Hör- oder kognitiven Einschränkungen eine selbstbestimmte Reiseplanung.
www.reisen-fuer-alle.de
Kooperation mit Deutscher Bahn AG:
Seit 2008 arbeitet die Arbeitsgemeinschaft eng mit der Deutschen Bahn AG (DB) zusammen. Im Rahmen dieser Kooperation entstanden individuelle Mobilitätspakete bzw. Reiseangebote, welche auf die Wünsche und Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter Urlauber abgestimmt sind.
www.bahn.de/reiseziele-barrierefrei
Fördermitglied der Deutschen Zentrale für Tourismus:
Seit 2010 ist die Arbeitsgemeinschaft Fördermitglied der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT). Die DZT ist das nationale „Tourist Board“ mit Hauptsitz in Frankfurt am Main. Sie entwickelt und kommuniziert Strategien und Produkte, um das positive Image der deutschen Reisedestinationen im Ausland weiter auszubauen und den Tourismus nach Deutschland zu fördern. Dabei bewirbt sie konsequent die vorbildlichen barrierefreien Angebote in Deutschland.
www.germany.travel