Bad Sulza, 20. Februar 2026 (tpr) – Luxus oder Lebensgrundlage: Was sind Heilbäder und Kurorte für Land, Kommunen und deren Bevölkerung? Lohnt sich Erhalt und Betrieb der kostspieligen Infrastruktur? Das hat die Kölner Freizeit- und Tourismusberatungsgesellschaft ift im Auftrag des Thüringer Heilbäderverbandes untersucht. Dazu hat sie die wirtschaftliche Bedeutung der 18 Heilbäder und Kurorte im Freistaat anhand der Zahlen aus dem Wirtschaftsjahr 2024 analysiert. Die Zahlen beeindrucken: Die touristische Wertschöpfung in den Orten betrug etwa 448 Millionen Euro und sicherte rein rechnerisch etwa 15.000 Vollzeitstellen.
Wirtschaftsmotoren für den ländlichen Raum
„Heilbäder und Kurorte sind Wirtschaftsmotoren für den ländlichen Raum“, sagt Matthias Strejc, Präsident des Thüringer Heilbäderverbandes. „Die Wertschöpfung wird durch Löhne und Steuereinnahmen zum spürbaren Nutzen für die Menschen vor Ort. Und: Thermalbäder, Gradierwerke, Kurparks, Kneippanlagen, Kurkonzerte – all das steht auch Einheimischen zur Verfügung und trägt direkt zur Lebensqualität in den Orten bei.“
Die Kurorte und Heilbäder generieren mit 2,5 Millionen Übernachtungen pro Jahr ein Viertel aller touristischen Übernachtungen im Freistaat. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt bei 5,2 Tagen – das ist in etwa das Doppelte des Thüringen-Durchschnitts. Gewinnbringend sind zudem die Ausgaben der 14 Millionen Tagesgäste in den Gesundheitsorten.
15.000 Vollzeitstellen gesichert
Urlauber, Tagesgäste und Klinikpatienten bescherten den Heilbädern und Kurorten im Untersuchungszeitraum etwa 814 Millionen Euro Bruttoumsatz. Davon entfielen 42 Prozent auf Beherbergung und Gastronomie, 28 Prozent auf den Einzelhandel. Weitere 30 Prozent verteilen sich auf Freizeit, Transport und Dienstleistungen. Die reale Wertschöpfung betrug etwa 448 Millionen Euro. Diese wurde in Form von Löhnen, Gehältern und Unternehmensgewinnen in der Region wirksam.
Rechnerisch sichert die gesamte touristischen Wertschöpfungskette in Thüringens Heilbädern und Kurorten etwa 15.000 Vollzeitstellen. Ein weiterer positiver Nebeneffekt von Kurbetrieb und Tourismus sei die Stabilisierung des Einzelhandels sowie des gastronomischen Angebots. Die zusätzliche Nachfrage durch Gäste trägt attraktive Versorgungsstrukturen im Handel und Gastgewerbe, von denen auch Einheimische profitieren. Darüber hinaus können Kurorte dank der Gästenachfrage ein überdurchschnittliches Veranstaltungsangebot auch für Einheimische vorhalten.
Bis 2028 Investitionen von 160 Millionen Euro geplant
„Darum sind kontinuierliche Investitionen in Thermalbäder, Gesundheits- und Freizeitangebote wichtig“, erläutert Strejc. Bis 2028 in Thüringens Heilbädern und Kurorten Investitionen in Höhe von 160 Millionen Euro geplant. Das Geld soll unter anderem in Thermalbäder, neue Gesundheitsanlagen, Wegebau sowie Wohnmobilstellplätze fließen. Gerade im ländlichen Raum wirken solche Investitionen doppelt: Sie erhöhen die touristische Wettbewerbsfähigkeit auf der einen Seite und die Attraktivität als Wohn- und Arbeitsort für die einheimische Bevölkerung auf der anderen.
Informationen zu den Kurorten und Heilbädern in Thüringen liefert der Thüringer Heilbäderverband unter www.natur-kur-thueringen.de. ■
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Über den Thüringer Heilbäderverband e.V.
Der im Jahr 1991 gegründete Thüringer Heilbäderverband e.V. (THBV) ist die landesweite Interessenvertretung der 18 prädikatisierten Heilbäder und Kurorte in Thüringen. Seine Aufgabe ist es, seine Mitglieder gesellschafts-, sozial- und wirtschaftspolitisch zu unterstützen und für Gesundheitstourismus und Kuren in Thüringen zu werben. Die Orte müssen laut Thüringer Kurortgesetz natürliche Heilmittel wie Sole, Heilwasser, Moor oder heilendes Klima aufweisen, anerkannte Heilverfahren wie die Kneipptherapie anwenden und einen „artgemäßen Kurortcharakter“ nachweisen. Zu den Mitgliedern des THBV gehören Bad Berka, Bad Colberg, Bad Frankenhausen, Bad Klosterlausnitz, Bad Langensalza, Bad Liebenstein, Bad Lobenstein, Bad Salzungen, Bad Sulza, Bad Tabarz, Bad Tennstedt, Friedrichroda inkl. Finsterbergen, Heilbad Heiligenstadt, Masserberg, Neustadt/Harz, Saalfeld und Stützerbach.