Senftenberg, 28. Mai 2025 (tpr) – Historische Manufakturen, technische Denkmale, durchdachte Arbeitersiedlungen: Brandenburg bietet eine beeindruckende Vielfalt an Originalschauplätzen der Industriekultur. Viele liegen idyllisch in der Natur. Vorführungen, interaktive Elemente und Kreativangebote bieten auch Kindern einen Zugang. Warum im Sommer nicht einmal gemeinsam auf Erkundungstour gehen? Vier Familien-Entdeckertipps für die Ferien.
Treidelfest am Schiffshebewerk Niederfinow
Was ist eigentlich Treideln? Kaum eine Transportmethode ist so gründlich in Vergessenheit geraten. Dabei war sie über Jahrhunderte unverzichtbar. Gegen den Wind oder gegen die Strömung fahren: Das konnten Schiffe auf Kanälen und Flüssen bis zur Erfindung der Dampfmaschine nur mit Zugkraft vom Land aus. Eine seltene Gelegenheit, das Treideln zu erleben, bietet am 5. Juli 2025 das Treidelfest am Schiffshebewerk Niederfinow. Hier trifft lebendige Geschichte auf beeindruckende Technik: Besucher erleben, wie ein historischer Kaffenkahn aus dem Ziegeleipark Mildenberg von kräftigen Mulis auf dem Finowkanal gezogen wird – wie vor über 100 Jahren. Es ist ein faszinierendes Spektakel mit Mitfahrgelegenheit. Ergänzt wird das Erlebnis durch Vorführungen, Musik und ein familienfreundliches Rahmenprogramm.
Das Fest findet an einem spektakulären Ort statt: dem Standort des ältesten und neuesten in Betrieb befindlichen Schiffshebewerks der Welt – ein Highlight brandenburgischer Industriekultur.
Ergänzende Ferienerlebnisse in Niederfinow und Umgebung:
- Moderierte Schifffahrt durch das Schiffshebewerk
- Besuch des Streichelzoos Eberswalde
Infos unter: www.schiffshebewerk-niederfinow.com/category/aktuelles/
TonEntdecker-Werkstatt in Velten
Früher luxuriöser Wärmespender, heute nostalgischer Blickfang: Der Kachelofen hat einen Ehrenplatz in der europäischen Kunst- und Technikgeschichte. In vielfältigen Formen und Ausführungen erzählt er von Handwerkskunst, Zeitgeschmack, technologischem Fortschritt, Wohlstand und Urbanisierung. Eine der spannendsten Ausstellungen zum Thema zeigt das Ofen- und Keramikmuseum Velten, etwa 25 Kilometer nordwestlich von Berlin. In der ehemaligen Kachelofenfabrik A. Schmidt, Lehmann & Co. von 1872 tauchen Besucher in die Welt der traditionsreichen Heizgeräte ein – mit Originalstücken aus drei Jahrhunderten, historischen Brennkammern, Kachelpressen und Gießabteilung. Das imposante Fabrikgebäude mit ockergelber Ziegelfassade ist nicht nur Museum, sondern auch Industriedenkmal und Zeugnis der Zeit, als Velten Deutschlands Kachelofen-Metropole war.
In den Sommerferien lädt die TonEntdecker-Werkstatt Kinder dazu ein, selbst kreativ zu werden und eigene Gefäße oder Fantasiefiguren aus Ton zu gestalten (Termine: z. B. am 30.07., 06.08., 09.08., 13.08.). Dazu gibt es Mitmachstationen, Rätsel, Malbögen und spannende Führungen durch die alte Fabrik. Um Voranmeldung wird gebeten. Außerdem: Familien-Sommer-Fest zum 120. Geburtstag des Museums am 13.07.
Ergänzende Ferienerlebnisse in Velten und Umgebung:
- Bad im Bernsteinsee
- Eis beim Café Bernecker
- Radtour auf den Spuren der Tonindustrie
Infos: www.okmhb.de
Kunstguss und Barock-Workshops Lauchhammer
Erstaunlich: Eine der ältesten Eisengießereien Europas wurde im Barock in der Lausitz von einer Frau gegründet! Im Jahr 1725 begann Freifrau von Löwendal in Lauchhammer zwischen Cottbus und Dresden mit der Produktion von Gebrauchswaren aus Eisen, später entwickelte sich das Werk zu einer der renommiertesten Kunstgießereien in Europa weiter. Heute befindet sich hier das einzige Museum zum Thema Kunstguss in Deutschland. Es erzählt auf eindrucksvolle Weise 300 Jahre Technik-, Kunst- und Industriegeschichte – mitten in den historischen Werkstätten und mit Gussmodellen berühmter Skulpturen.
In den Sommerferien 2025 dreht sich alles um Freifrau von Löwendal und ihre Zeit. Kinder und Familien können in Workshops Papier schöpfen, mit Federkiel schreiben, Flöten bauen, barocke Musik entdecken oder ein eigenes Mühlespiel basteln. Das ist lebendige Geschichte zum Mitmachen für Kinder ab sieben Jahren!
Ergänzende Ferienerlebnisse in Lauchhammer und Umgebung:
- Ausflug zum Badesee Grünewalder Lauch mit Spielplatz und Natur pur
- Rad- und Wandertouren im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft
Infos & Anmeldung: www.kunstgussmuseum-lauchhammer.de
Digitales zum Anfassen in Hoyerswerda
Internet, Smartphone, KI: Die digitale Revolution hat die Welt verändert. Kaum bekannt ist, dass einer ihrer Wegbereiter sein Abitur in Hoyerswerda abgelegt hat. Konrad Zuse (1910-1995), dem „Vater des Computers“, ist hier ein spannendes Museum rings um Digitaltechnik gestern, heute und morgen gewidmet. Auf über 1000 Quadratmetern Ausstellungsfläche lädt das ZCOM Zuse-Computer-Museum im Erdgeschoss eines DDR-Plattenbaus zur Zeitreise durch die Evolution der digitalen Welt – von mechanischen Rechenhilfen über die Entwicklung der Informationstechnologie in DDR und BRD bis ins Zeitalter der künstlichen Intelligenz. Mit interaktiven Stationen und Elementen wie Pong-Automaten, Mikrochipkamera, Museumsroboter „Pepper“ und Museumsrallye wird der Besuch zum Erlebnis für die ganze Familie.
In den Sommerferien 2025 finden an vier Freitagen (11.7., 18.7., 25.7., 08.08.) im ZCOM kreative Workshops statt, bei denen Kinder und Jugendliche Stop-Motion-Filme drehen, Lego-Roboter programmieren, Stencils mit dem Lasercutter gestalten oder in virtuelle Welten eintauchen.
Ergänzendes Ferienerlebnis in der Region:
- ein Tag im Lausitzer Seenland – Sonne, Wasser und Technikgeschichte in einem!
Mehr Infos: www.zuse-computer-museum.com ■
Bildmaterial zur Meldung:
www.press-area.com/adhoc/tnib/sommerferien
Herausgeber
Tourismusverband Lausitzer Seenland e. V.
Touristisches Netzwerk Industriekultur in Brandenburg
Am Stadthafen 2
01968 Senftenberg
www.industriekultur-brandenburg.de
Pressekontakt
Sindy Brandt, Projektkoordinatorin
Mobil +49 1520 620 76 14
info(at)industriekultur-brandenburg.de
Über Touristisches Netzwerk Industriekultur in Brandenburg
Das Touristische Netzwerk Industriekultur in Brandenburg (www.industriekultur-brandenburg.de) setzt sich für den tourismusfachlichen Austausch der bedeutendsten Industriekulturorte im Bundesland ein, organisiert gemeinsame Marketingmaßnahmen und knüpft Kooperationen mit touristischen Partnern, um die Industriegeschichte als Thema und Ausflugsziel bekannter zu machen. Im Netzwerk eingebunden ist die ENERGIE-Route der Lausitzer Industriekultur, deren Standorte die Entwicklung des Lausitzer Bergbaus und der Energiegewinnung thematisch zusammenfassen und erlebbar machen.
Das Netzwerk wurde im Juli 2017 als Interessengemeinschaft in Potsdam gegründet. Es arbeitet mit dem bzi - Berliner Zentrum Industriekultur und dem Museumsverband des Landes Brandenburg e.V. zusammen. Gefördert wird die Netzwerkarbeit mit Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg.