Königstein/Sächs. Schweiz, 12. Juni 2026 (tpr) – Es geschieht nur noch selten, dass neue Bildnisse der sächsischen Königsfamilie aus Sandstein gemeißelt werden. Das derzeit jüngste Werk ist seit Donnerstag unterhalb der mächtigen Mauern der Festung Königstein in einer Nische im Felsen zu finden. Ein Medaillon, geschaffen durch den jungen Steinbildhauer Thore Brilloff, Geselle der renommierten Dresdner Zwingerbauhütte, erinnert an die einst beim Volk äußerst beliebte Königin Maria Anna von Sachsen (1805–1877). Entdeckt werden kann das Kunstwerk beim Wandern auf dem frisch sanierten, etwa zwei Kilometer langen Patrouillenweg.
Der im Jahr 1805 angelegte Patrouillenweg führt unterhalb der mächtigen Mauern der Festung Königstein einmal rund um den Tafelberg herum und bietet dabei immer neue Ausblicke auf die Landschaft der Sächsischen Schweiz. Eine Felsennische am Wegesrand ist landläufig als „Mariengrotte“ bekannt. Ihr Name erinnert an Königin Maria Anna von Sachsen. Während des Dresdner Maiaufstandes im Jahr 1849 hielt sie sich gemeinsam mit König Friedrich August II. aus Sicherheitsgründen auf der Festung Königstein auf. Der Überlieferung nach gefiel ihr eine Aussicht am Patrouillenweg besonders gut. Als Zeichen ihrer Verbundenheit stiftete die fromme Königin ein Kreuz für den Ort und ließ es hier in eine kleine Nische einbringen. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging das Kreuz verloren. Die „Mariengrotte“ blieb über Jahrzehnte ohne ihre ursprüngliche Ausstattung.
„Im Zuge der Instandsetzung des Patrouillenweges bis November 2024 durch das Sächsische Immobilien- und Baumanagement (SIB) entstand die Idee, auch die Mariengrotte neu zu gestalten und ihr erneut eine besondere Prägung zu geben“, sagt André Thieme, Geschäftsführer der Festung Königstein.
Im Rahmen eines Gestaltungswettbewerbs von SIB und Festung Königstein konnten Lehrlinge und Junggesellen der Zwingerbauhütte eigene künstlerische Ideen für den historischen Ort entwickeln. Den Zuschlag erhielt Thore Brilloff mit seinem Entwurf eines Sandsteinmedaillons. Der Steinbildhauergeselle brachte sein Medaillon am Donnerstag in der Grotte persönlich an.
Besucher erreichen den Patrouillenweg über den Zustieg zur Bergfestung. Eine Ausschilderung weist auf den Weg. Er ist unabhängig von den Öffnungszeiten der Festung und ohne Eintritt zugänglich. ■
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Über die Festung Königstein:
Die Festung Königstein ist eine der interessantesten Bergfestungen in Europa und gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in Sachsen. Eingebettet in die bizarre Felslandschaft des Elbsandsteingebirges thront weithin sichtbar die einst unbezwingbare Wehranlage 247 Meter über dem Elbtal. Das 9,5 Hektar große Felsplateau ist mit seinem einzigartigen Ensemble aus mehr als 50 imposanten Bauwerken verschiedener Epochen und seiner fast 800-jährigen, in verschiedenen Ausstellungen erzählten Geschichte ein Magnet für jährlich Hunderttausende Besucher aus der ganzen Welt.