Lutherjahr 2017: Reformationsgeschichten in Saale-Unstrut

Naumburger Dom - Foto: Wolfgang Kubak

Naumburg, 14. Oktober 2016 (tpr) – Es luthert allerorten in Deutschland im Jahr 2017. 500 Jahre Thesenanschlag sind Anlass für drei nationale Sonderausstellungen. Doch auch abseits der offiziellen Gedenkorte öffnen sich museale Fenster in eine bewegte Epoche. In Saale-Unstrut, der bedeutenden hochmittelalterlichen Kulturlandschaft zwischen Weimar und Leipzig, bilden tausendjährige, katholische Sakralarchitektur und prächtige Residenzen den eindrucksvollen Kontext für Betrachtungen weniger bekannter Kapitel und Persönlichkeiten der Reformationszeit.

Zeitz: Julius von Pflug

In Zeitz zeigen die Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz vom 5. Juni bis 1. November 2017 an mehreren Orten die große Sonderausstellung „Dialog der Konfessionen – Bischof Julius Pflug und die Reformation“ (www.reformation-zeitz2017.de).

Julius von Pflug (1499-1564) gilt als einer der bedeutendsten Gelehrten des 16. Jahrhunderts. Er war der letzte katholische Bischof der Diözese Naumburg. Und als Vermittler zwischen katholischer und protestantischer Seite rang er zeitlebens um die Wiederherstellung der Einheit der Kirche durch Lösung theologischer Streitfragen.

Als eindrucksvolle Orte der Ausstellung dienen das Museum Schloss Moritzburg, der katholische Dom St. Peter und Paul, die Stiftsbibliothek sowie die evangelische Kirche St. Michael. Gezeigt wird neben dem reichen Nachlass des Bischofs auch ein original erhaltener Thesenfehldruck Luthers. Es ist eine Rarität. Weltweit gibt es nur noch sechs Exemplare. Ergänzt wird die Ausstellung durch ein umfassendes Begleitprogramm und museumspädagogische Angebote für Kinder und Jugendliche.

Weißenfels: August der Starke vs. Herzog Christian

Die durch die Kirchenspaltung ausgelösten Spannungen im Hause der Wettiner beleuchtet die Ausstellung „Contra: August der Starke – Herzog Christian“ (30. September 2017 bis 21. Januar 2018). Ort der Schau ist das Weißenfelser Schloss Neu-Augustusburg (www.museum-weissenfels.de), die bedeutendste frühbarocke Schlossanlage Mitteldeutschlands.

Weißenfels: Geschichten aus der Reformationszeit

Ebenfalls in Weißenfels bietet die szenische Kostümführung „Geschichte und Geschichten aus Weißenfels“ einen besonders lebendigen Eindruck von der Reformationszeit. Nicht nur Nonnen und Prediger, auch andere geschwätzige Bewohner des kleinen Landstädtchens haben bei den 90-minütigen Rundgängen ebenso lehrreiche wie unterhaltsame Auftritte. Termine: 26. März, 25. Juni, 24. September und 5. November 2017, jeweils 14 Uhr.

Merseburger Dom: vom Bischofsstuhl zur Hofkirche

Der Dom St. Johannes und St. Laurentius (www.merseburger-dom.de), dessen Grundstein bereits 1015 gelegt wurde, ist eines der herausragenden Baudenkmäler der einstigen Pfalz- und Bischofsstadt Merseburg. Es war jahrhundertelang Zentrum des Bistums Merseburg sowie des Hochstifts gleichen Namens.

Am Vorabend der Reformation waren Merseburgs Bischöfe auf dem Höhepunkt ihrer Macht. Bedeutendster Vertreter ist Bischof Thilo von Trotha, Merseburger Bischof von 1466 bis 1514. Er ließ eine der modernsten Schlossanlagen seiner Zeit errichten, das Kapitelhaus prachtvoll ausstatten und veranlasste einen umfassenden Neubau des Doms. Seine Nachfolger setzten sein Werk fort und vervollkommneten die prachtvolle Ausstattung des Gotteshauses. Die Protestantisierung ihres Bistums konnten sie indes nicht aufhalten.

1545 predigte Luther im Dom und setzte mit Georg von Anhalt einen evangelischen Bischof ein. Im Barock folgte die schrittweise Umwidmung der einstigen Kathedrale in eine Hofkirche der wettinischen Sekundogenitur Sachsen-Merseburg.

Im Jahr des Reformationsgedenkens gewährt die einstündige Sonderführung „Vom Bischofsstuhl zur Hofkirche – Der Merseburger Dom im Wandel der Reformation“ Einblick in diese Zeit.

Merseburger Orgeltage: Dialog der Konfessionen

Auch die 47. Merseburger Orgeltage (www.merseburger-orgeltage.de), eines der großen Orgelfeste Europas, stehen 2017 im Zeichen der Reformation. Die vom 16. bis 24. September 2017 stattfindende Konzertreihe greift das Thema der Zeitzer Sonderausstellung „Dialog der Konfessionen“ auf. Beethovens katholische Missa Solemnis und Bachs protestantische h-Moll-Messe bilden den Rahmen für ein vielfältiges Programm mit international renommierten Solisten an der großartigen Ladegast-Orgel des Merseburger Domes.

Schloss Merseburg: Georg II. Fürst von Anhalt

Das Kulturhistorische Museum Schloss Merseburg (www.saalekreis.de) zeigt vom 20. Mai bis zum 13. August die Sonderausstellung „Das Merseburger Experiment. Fürst Georg III. von Anhalt als Reformator und evangelischer Bischof (1544-1548)“. Die Ausstellung dokumentiert den Wandel Georgs III. von Anhalt-Plötzkau (1507-1553) vom katholischen zum lutherischen Geistlichen, vom Reformationsgegner zum Reformator.

Naumburg: „Das Bischofsexperiment“ und Frauen der Reformation


In Naumburg ereignete sich 1542 ein Skandal, der europaweit Wellen schlug: Luther führte seinen Freund Nikolaus von Amsdorf als ersten evangelischen Bischof der Welt ein. „Das Bischofsexperiment“, so der Titel einer Sonderführung der Stadt Naumburg, sowie weitere Ereignisse der Reformationszeit sind die Themen geführter Rundgänge durch die Stadt und ihren berühmten Dom.

So können Interessierte unter anderem ganzjährig mit Stadtschreiber „Nikolaus Krottenschmidt“, eine historische Person, die durch einen Darsteller lebendig wird, durch Naumburg und das frühe 16. Jahrhundert spazieren. Die Geschehnisse um Martin Luther spielen dabei die Hauptrolle.

Die evangelisch-lutherische Stadtkirche St. Wenzel in Naumburg (www.kirche-naumburg.de) zeigt vom 4. Juni bis 30. August 2017 die Ausstellung „Frauen der Reformation“.

Reiseinformationen

Wichtigstes Tourismusportal für die Region Saale-Unstrut ist www.saale-unstrut-tourismus.de. Hier informiert der ansässige Tourismusverein über die zahlreichen Sehenswürdigkeiten der gewachsenen Kulturlandschaft und bietet Buchungsmöglichkeiten für Unterkünfte. ?

Lutherjahr 2017 in Saale-Unstrut:

Zeitz
•    Sonderausstellung „Dialog der Konfessionen – Bischof Julius Pflug und die Reformation“ vom 5. Juni bis 1. November 2017, Orte: Museum Schloss Moritzburg, Dom St. Peter und Paul, Stiftsbibliothek, evangelische Kirche St. Michael

Weißenfels
•    Schloss Neu-Augustusburg: Ausstellung „Contra: August der Starke – Herzog Christian“, 30. September 2017 bis 21. Januar 2018
•    Szenische Stadtführungen zur Reformationszeit: „Geschichte und Geschichten aus Weißenfels“, 26. März 2017, 25. Juni 2017, 24. September 2017, 05. November 2017, jeweils 14 Uhr

Merseburg
•    Sonderführung im Dom: „Vom Bischofsstuhl zur Hofkirche – Der Merseburger Dom im Wandel der Reformation“
•    47. Merseburger Orgeltage „Die hohe Messe – Dialog der Konfessionen“, 16. bis 24. September 2017
•    Kulturhistorisches Museum Schloss Merseburg: Sonderausstellung „Das Merseburger Experiment. Fürst Georg III. von Anhalt als Reformator und evangelischer Bischof (1544-1548)“, 20. Mai bis 30. August 2017

Naumburg
•    Sonderführung im Dom: „Martin Luther und der erste evangelische Bischof der Welt“ (ganzjährig)
•    Sonderführung der Stadt Naumburg: „Das Bischofsexperiment“ (ganzjährig)
•    Erlebnisführung der Stadt Naumburg: „Mit Feder und Tinte“, Rundgang mit „Stadtschreiber Nikolaus Krottenschmidt“ (ganzjährig)
•    Ev.-Luth. Stadtkirche St. Wenzel: Ausstellung „Frauen der Reformation“, 4. Juni bis 30. August 2017

Pressebildarchiv zur Meldung:

www.press-area.com/saale-unstrut/bildarchiv/reformationsgeschichten.html

Herausgeber:        
Saale-Unstrut-Tourismus e.V.
Lindenring 34
06618 Naumburg
T: +49 3445233790
www.saale-unstrut-tourismus.de

Pressekontakt:    
Anne Jungowitz
THIEL Public Relations e. K.
Ostra-Allee 35
01067 Dresden
T: +49 351 3148892
E-Mail: presse(at)thielpr.com

Über Saale-Unstrut:
Saale-Unstrut ist eine wertvolle, hochmittelalterlich geprägte Wein- und Kulturlandschaft im Herzen Deutschlands. Ein weltweit einmaliges architektonisches Erbe aus 1000 Jahren europäischer Geschichte bildet mit malerischen Flusslandschaften, alten Weinbergen, Steilterrassen, Natursteinmauern und Weinberghäuschen ein facettenreiches Nahreiseziel, das anspruchsvolle Wein- und Kulturinteressierte ebenso anzieht wie aktive Naturgenießer.