Lausitzer Seenland auf dem Weg zum barrierefreien Reiseziel

Handbike-Routen um neue Seen, Segelausflüge für Rollifahrer, Tandemtouren für Blinde: Das Lausitzer Seenland entwickelt spannende touristische Angebote für Menschen mit Behinderung. Für dieses Engagement wurde der Tourismusverband mit dem „Goldenen Rollstuhl“ ausgezeichnet.

Handbiker am Bärwalder See im Lausitzer Seenland. Foto: Tourismusverband Lausitzer Seenland / Nada Quenzel

Handbiker am Bärwalder See im Lausitzer Seenland. Foto: Tourismusverband Lausitzer Seenland / Nada Quenzel

Senftenberg, 18. Februar 2019 (tvls) – Von der Tagebaulandschaft zum Wasserparadies: Zwischen Berlin und Dresden vollzieht sich eine erstaunliche Transformation. Aus ehemaligen Kohlegruben entstehen mehr als 20 neue Seen und um sie herum eine touristische Infrastruktur mit Kanälen, Marinas, Rundwegen, Restaurants, Hotels und Campingplätzen. Aus dem Lausitzer Revier wird das Lausitzer Seenland. Es ist ein Jahrhundertprojekt. Parallel, eher still und weniger spektakulär, aber von Betroffenen hochgeschätzt, geschieht der Wandel der Region zum barrierefreien Reiseziel.

„Wir haben uns von Anfang an für barrierefreien Tourismus starkgemacht“, sagt Kathrin Winkler, Geschäftsführerin des 2012 gegründeten Tourismusverbandes Lausitzer Seenland (TVLS). „Mittlerweile haben wir mehr als 120 geprüfte barrierefreie Angebote in der Region vorzuweisen. Und wir freuen uns, dass der Kreis der Engagierten stetig wächst.“ Als junge Urlaubsregion habe man die Chance frühzeitig erkannt, Barrierefreiheit in Infrastrukturprojekten und der Entwicklung von touristischen Angeboten von Beginn an zu berücksichtigen.

„Lausitzer Seenland – barrierefrei reisen“ erstmals erschienen

„Lausitzer Seenland – barrierefrei reisen“, das neue Tourismusmagazin für das Lausitzer Seenland, stellt die Vielfalt der barrierefreien Angebote zum ersten Mal kompakt vor. Für diese Publikation – und zugleich für den Einsatz der gesamten Region für die Belange von Menschen mit Behinderungen – verlieh die Beratungsstelle „ABS – Zentrum selbstbestimmtes Leben e.V.“ im Januar auf der Reisemesse CMT in Stuttgart den „Goldenen Rollstuhl“. Der Stuttgarter Verein ehrt mit dem Preis jährlich besonders herausragende barrierefreie Reiseangebote.

Zu den barrierefreien Leuchtturmprojekten im Lausitzer Seenland gehören durchgängig asphaltierte, breite und autofreie Seerundwege sowie sechs ausgewiesene Handbike-Touren mit sechs bis 37 Kilometer Länge. Diese Strecken bieten größtenteils freien Blick auf das Wasser, auf schwimmende Ferienhäuser, Segelboote und Surfer. Auch mehrere Schleusen und Aussichtspunkte liegen am Weg. Die Strände, die teilweise über Rampen befahrbar sind, laden zu Pausen und Picknicks ein. Im Familienpark am Senftenberger See stehen für Urlauber, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, Handbikes, Tandems und Rollstuhlfahrräder zur Ausleihe bereit.

Betroffene kommen selbst zu Wort

Die 20 Kilometer lange Handbike-Tour um den Bärwalder See wird im neuen Magazin ausführlich vorgestellt. Darüber hinaus stehen geführte Tandemtouren für Blinde und Ausflugstipps zur Industriekultur im Fokus. Teilweise kommen Betroffene selbst zu Wort und geben sehr persönliche Erlebnisberichte.

Die Broschüre bietet zudem einen Überblick über alle geprüften Angebote für Rollstuhlfahrer und Gäste mit Gehbehinderungen, sehbehinderte und blinde Urlauber sowie für Gäste mit Höreinschränkungen, Lernschwierigkeiten, Allergien und speziellem Ernährungsbedarf. Verschiedene Symbole erleichtern die Zuordnung zur Beeinträchtigung. Außerdem finden Gäste für die Reiseplanung detaillierte Informationen zur Zugänglichkeit. Eine Hörfassung für Menschen mit Sehbehinderungen ist in Arbeit.

Im Magazin werden nur Unterkünfte, Restaurants, Freizeitangebote und Urlaubsarrangements vorgestellt, die den Kriterien für Barrierefreiheit der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH entsprechen. Alle drei Jahre überprüft der TVLS die Angebote erneut. Betroffene führen zudem regelmäßig stichprobenartige Tests durch.

Lausitzer Seenland für alle

Die Mehrzahl der erhobenen barrierefreien Angebote richtet sich an Urlauber mit Mobilitätseinschränkungen. Der Tourismusverband nimmt aber verstärkt auch andere Betroffenengruppen in den Fokus. So werden derzeit die Angebote für Menschen mit Sehbehinderungen ausgebaut.

Das Lausitzer Seenland gehört als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Leichter Reisen – barrierefreie Urlaubsziele in Deutschland“ zu den nationalen Vorreitern im barrierefreien Tourismus. Das Netzwerk leistet Pionierarbeit bei der Entwicklung von Reiseangeboten für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, mit Hör-, Seh- und Lernbehinderungen, für Gehörlose und Blinde sowie für Familien und Senioren.

Das Magazin „Lausitzer Seenland – barrierefrei reisen“ kann telefonisch unter +49 3573 7253000 oder per E-Mail an info(at)lausitzerseenland.de bestellt werden. Unter
www.lausitzerseenland.de steht das barrierefreie PDF zum Download bereit. Ebenfalls auf seiner Webseite informiert der Tourismusverband über alle geprüften barrierefreien Angebote. ■

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Herausgeber:
Tourismusverband Lausitzer Seenland e.V.
Am Stadthafen 2
01968 Senftenberg
T: +49 3573 725300-0
E-Mail: info(at)lausitzerseenland.de
www.lausitzerseenland.de
 
Pressekontakt:
Kathrin Winkler, Tourismusverband Lausitzer Seenland e.V.
T.: +49 3573 725300-0
E-Mail: winkler(at)lausitzerseenland.de

Über den Tourismusverband Lausitzer Seenland:
Der Tourismusverband Lausitzer Seenland e.V., 2012 gegründet, ist die zentrale touristische Dachorganisation der Region. Hauptaufgabe ist die länderübergreifende touristische Entwicklung des „Lausitzer Seenlandes“. Ziel ist eine positive Entwicklung des Außen- und Innenimages der Destination. Der Tourismusverband ist für die Angebotsentwicklung und -koordination, das überregionale Marketing, den Vertrieb sowie das Innenmarketing, die Interessensvertretung nach außen und die Betreibung der anerkannten Touristinformationen Senftenberg und Hoyerswerda verantwortlich. Kernthema der Tourismusregion im Entstehen ist die „aktive Erholung in einer sich wandelnden Landschaft vom Tagebau- zur Erholungslandschaft“. Grundlage ist die enge Zusammenarbeit und Kooperation mit Mitgliedern, touristischen Anbietern und Partnern.